Welchen Einfluss haben Online Influencer weltweit?

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Online Influencer können einen großen Einfluss darauf haben, wie Verbraucher eine Marke wahrnehmen, mit ihr interagieren und sie letztendlich nutzen. Vor kurzem befragte das
Internationale Public Relations Netzwerk (IPRN) seine Mitglieder nach Trends aus ihren  Ländern, wie Beziehungen zwischen Marken und Bloggern sowie Influencern aufgebaut werden. Neun Länder beteiligten sich an der Befragung:
IPRN ermittelte dadurch fundierte Erkenntnisse, wie Influencer Marketing
weltweit am besten funktioniert.

Eines ist sicher: Heute reicht klassische PR nicht mehr aus. Influencer
Marketing ist in den vergangenen Jahren exponentiell gewachsen. Der
Marktwert wird auf 10 Milliarden US-Dollar bis 2020 geschätzt. Blogger und
Influencer sollten in den weltweiten PR-Plänen einen festen Platz einnehmen.

China

Ye Wang der chinesischen Agentur Blue Digital stellt fest, dass die
Microblogging-Plattform Weibo mit ihren 132 Millionen täglichen Usern den
Markt der Online-Konversation größtenteils dominiert. Die „führenden User“
von Weibo würden einen großen Einfluss haben. „Diese User sind diejenigen,
die mehr als 100.000 monatliche Zugriffe haben und als wichtige
Meinungsführer in ihrem eigenen Zuständigkeitsbereich fungieren“, so Ye
Wang. „Diese Weibo-Köpfe sind sehr wichtig für unsere tägliche und
strategische PR-Arbeit. Sie haben einen großen Einfluss auf die öffentliche
Meinung. PR-Profis sollten bei der Auswahl die Fan-Demografien, den Stil,
die Interaktion mit Followern und die Anzeigehäufigkeit von Werbemitteln
berücksichtigen.“

Italien
Marta Sternai von Twister Communications aus Italien konstatiert, dass
Blogger Relations ein wesentlicher Bestandteil der täglichen Agenturarbeit
sind. Sie stellt fest, dass speziell Spielzeug-, Technologie- und Food Blogs
den Markt beherrschen. „Heute sind Blogger genauso wichtig wie
Journalisten“, sagt Marta Sternai. „In der heutigen Konsumwelt haben wir
keine Kunden mehr, die nur nach klassischer PR-Arbeit fragen. Wir führen
täglich Recherchen durch, um neue Blogger mit realen Followern und fairen
Zahlen zu finden, und darauf fokussieren wir uns.“

Deutschland
Nuray Güler von primo PR aus Frankfurt am Main erläutert, dass Influencer
Marketing in Deutschland in diesem Jahr weiterhin boomen wird und sich
zunehmend in langfristige Influencer Relations verwandelt. „Im Gegensatz zu
kurzfristigen Aktionen werden langfristige Kooperationen als effektiver
eingestuft werden, vor allem mit Micro-Influencern, die zur Marke passen“,
sagt sie. „Ebenso im Tourismus-, Lifestyle- und Gourmet-Business gibt es
noch viel Potenzial in Bezug zu verschiedenen Zielgruppen. Wir sehen zum
Beispiel einen Wandel bei der Zielgruppe der sogenannten Silver Surfer ab 50
Jahren, die sich mehr und mehr als Blogger behaupten wollen“. Ein weiterer
nicht mehr zu verachtender wichtiger Kommunikationsfaktor wäre das Thema
Video: „Die Relevanz von Video-Kommunikation unter unseren Kunden wird
wichtiger, speziell auf Facebook. Der Trend des Storytelling via Videos
verwandelt Vermarkter und Kommunikationsspezialisten immer mehr zu
TV-Produzenten.”

Russland
Für Victoria Poyda von der Agentur PR Partner aus Russland sind Blogger aus
der B2C-Kommunikation nicht mehr wegzudenken. Bloggern würde mehr vertraut
als den klassischen Medien. „Effektiv ist es das einzige PR-Instrument, das
den Absatz beeinflussen kann”, so Victoria Poyda. „Und es sind nicht nur die
Top-Blogger in den jeweiligen Märkten, die Wirkung zeigen. Blogger und
Influencer mit wachsenden Fan-Zahlen – beispielsweise ein Instagram-Profil
mit 20.000 Fans kann effektiver für Marken sein.“

USA
Jan Gusich, Gründerin der U.S. Agentur akhia, bemerkt, dass die
Unterstützung bereits durch nur einen berühmten Blogger ein unbekanntes
Unternehmen auf den digitalen Markt bringen kann. Und was die klassische PR
betrifft, werden digitale Platzierungen immer wichtiger. „Die Antwort ist
einfach: folge Deiner Zielgruppe“, so Gusich. „Du kannst mit einem
Influencer arbeiten, um herauszufinden, ob eine Aktion auf mehreren Kanälen
(Blogpost, Twitter-Promotions, Teilen auf Instagram) oder auf nur einem
Kanal (beliebter Youtube-Kanal) Sinn macht.”

Spanien

Spanien setzt auf dieselben Trends mit Marken, die die Power von Bloggern
und Instagrammern anerkennen. „Alle möglichen Social Media Influencer haben
in Spanien an Relevanz gewonnen”, so Alberte Santos von der spanischen
Agentur Evercom. „Die meisten Produkt- und Lifestylemarken setzen ihr Budget
ein, um diese starken Stimmen zu beeinflussen. Aber man muss herausstechen,
um von ihnen beachtet zu werden. Nach unseren Erfahrungen funktioniert ein
sehr persönlicher Zugang besser – wir verstehen und kennen die Interessen
und Themen der Influencer und ihrer Follower. Es ist nicht wirklich anders
als klassische PR-Arbeit.“

Diego Barcelo von der Agentur Comunicación Iberoamericana stimmt zu. „Die
Bedeutung von Bloggern steigt jedes Jahr”, berichtet er. “Sie sind Führer in
ihrer Branche und die Auswirkung auf eine Marke kann höher ausfallen als
klassische Werbung oder herkömmliche Kommunikation.”

Dänemark

Das Interesse an Influencer Marketing hätte sich in den vergangenen Jahren
auch in Skandinavien gesteigert, so Gitte Hoyer von Kragelund Kommunikation
aus Dänemark. „Es hat sich von klassischen Bloggern mit ihrer eigenen
Plattform zu anderen Social Media Influencern mit starken Youtube-Kanälen
oder Instagram Accounts gewandelt”. „Es bedarf gründlicher Recherchen, um
mit ihnen erfolgreich zu sein“, fügt Hoyer hinzu. „Wichtig sind Alter und
Standort der Blogger und natürlich, wer ihnen folgt. Dabei achten wir nicht
nur auf die großen Influencer, sondern auch auf die etwas kleineren, die
eine sehr loyale Fanbasis haben”.

Vereinigtes Königreich

Für Pauline Gillan von McOnie Agency aus Großbritannien sind Reputation und
Authentizität bei einer Marke sehr wichtig, um mit Bloggern und Influencern
Erfolg zu haben. „Die Beziehungen basieren auf Vertrauen und Loyalität, und
diese geschehen nicht über Nacht“, so Gillian. „Es bedarf viel Arbeit, um
diese großartigen Beziehungen aufzubauen.“

Peter Haddock, Berater bei Edson Evers stimmt damit überein: „Blogger und
Influencer überholen die klassischen Medien mit drastischen Zuwächsen bei
den Nutzerzahlen und zielgruppengerechten Kanälen“, so Haddock. „Wir haben
eine weit größere Nachfrage nach Blogger-Engagement mit einem hohen
Stellenwert auf den sozialen Medienkanälen.“

Gillan fügt hinzu, dass neue Regularien auf die Sorgfaltspflicht der Marken
sehr genau achten. Die Advertising Standards Authority (ASA) spezifizierte
in 2017 die Pflicht von Bloggern, die mit Marken zusammenarbeiten, ihre
Posts als „sponsored” zu kennzeichnen, mit speziellen Hashtags wie #ad oder
#sponsor. Das passierte nicht ohne Gegenreaktion, da Marken dies als
Abwertung der Botschaften erachteten. „So sind jetzt unbezahlte und
organische Posts von Bloggern selbst die wertvollsten Beiträge – und wir
müssen diese Markentreue aufbauen.“

Panama
Monique de Saint Malo Eleta von Stratego aus Panama beobachtet, dass die
Food-, Hotellerie- und Tourismus-Branche am stärksten von dem Wechsel auf
Influencer und Blogger Marketing beeinflusst wurde. „Ich glaube, dass Marken
ihr Budget für digitales Marketing im Allgemeinen erhöhen sollten,“ sagt
sie. „Als Journalisten einst der gefragteste Kommunikationskanal für uns
waren, um unsere Botschaften an die Öffentlichkeit zu transportieren, sind
es jetzt zweifelsohne Blogger und Influencer.“

Quelle: IPRN (International Public Relations Network) 

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